Andreas Rutz
Schröpfen - Aktivierung der Selbstheilungskräfte
Beim Schröpfen handelt es sich um eine traditionelle Therapieform der Chinesischen Medizin (TCM), bei der in speziellen Gläsern ein Unterdruck erzeugt wird. Diese Schröpfgläser werden gezielt auf die Haut aufgesetzt, wodurch das Gewebe sanft angesaugt wird.
Durch den erzeugten Unterdruck wird die Durchblutung im behandelten Bereich deutlich angeregt. Verspannungen können gelöst und der Stoffwechsel im Gewebe aktiviert werden. In der Traditionellen Chinesischen Medizin geht man davon aus, dass stagnierende Prozesse und sogenannte „Blockaden“ entlang der Leitbahnen (Meridiane) gelöst werden. Dadurch kann der Energiefluss (Qi) wieder harmonisiert und ins Gleichgewicht gebracht werden.
Anwendungsgebiete
Schröpfen wird besonders häufig bei Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt, wie zum Beispiel Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen. Darüber hinaus kann die Methode unterstützend bei muskulären Verspannungen, Stresszuständen oder zur allgemeinen Entspannung angewendet werden. Die Behandlung hinterlässt oft rötliche bis dunklere Hautverfärbungen, die jedoch harmlos sind und nach einigen Tagen von selbst wieder abklingen. Diese Reaktion zeigt die verstärkte Durchblutung und Aktivierung des Gewebes an.
Ganzheitlicher Ansatz der TCM
Wie alle Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin verfolgt auch das Schröpfen einen ganzheitlichen Ansatz. Ziel ist es nicht nur, einzelne Symptome zu behandeln, sondern das körperliche Gleichgewicht zu fördern und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
Schröpfen wird häufig mit anderen TCM-Methoden wie Akupunktur oder Tuina-Massage kombiniert, um die Wirkung zu verstärken und individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten einzugehen.

